Kann die Raumgestaltung die Lautstärke in der Kita senken?

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August 1, 2026
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Ja, die Raumgestaltung kann die Lautstärke in der Kita spürbar senken. Akustik, Möblierung und Raumaufteilung beeinflussen direkt, wie viel Lärm entsteht und wie er sich ausbreitet. Das gilt nicht nur für Neubauten, sondern auch für bestehende Gruppen- und Bewegungsräume. Die folgenden Fragen zeigen, wo der Hebel wirklich ansetzt.

Warum sind Kitas oft so laut?

Kitas sind laut, weil viele Kinder auf engem Raum gleichzeitig spielen, sprechen und sich bewegen. Harte Oberflächen wie Fliesen, Glas und Betonwände reflektieren Schall, statt ihn zu dämpfen. Das erzeugt einen Halleffekt, bei dem Geräusche sich aufschaukeln. Je mehr Lärm, desto lauter sprechen Kinder und Erwachsene, um sich zu verstehen, was den Pegel weiter steigert.

Dazu kommt die Raumnutzung: Wenn Spielen, Essen, Basteln und lautes Toben im selben Raum stattfinden, ohne klare Zonen, gibt es keinen Rückzug und keine Stille. Kinder regulieren ihre Lautstärke stark über ihre Umgebung. Ein Raum ohne akustische Struktur gibt ihnen schlicht keinen Anlass, ruhiger zu werden. Das ist kein Erziehungsproblem, sondern ein Raumthema.

Welche Rolle spielt die Raumakustik bei der Lärmbelastung?

Die Raumakustik bestimmt, wie lange ein Geräusch im Raum nachhallt und wie weit es sich ausbreitet. In Räumen mit langer Nachhallzeit klingen Geräusche länger nach, überlagern sich und werden als deutlich lauter wahrgenommen, obwohl die eigentliche Schallquelle gleich laut ist. Für Kinder und Erzieherinnen bedeutet das dauerhaften Lärmdruck, der ermüdet und konzentriertes Arbeiten erschwert.

Die Nachhallzeit wird durch das Verhältnis von schallharten und schallweichen Flächen im Raum bestimmt. Kitas mit großen Fensterfronten, Steinböden und wenig Mobiliar haben typischerweise eine sehr lange Nachhallzeit. Das Ergebnis: Selbst normale Gesprächslautstärke fühlt sich anstrengend an. Akustisch gut geplante Räume dagegen fühlen sich ruhiger an, ohne dass sich die tatsächliche Aktivität der Kinder verändert.

Welche Materialien und Einrichtungselemente schlucken Schall?

Schallabsorbierende Materialien sind solche, die Schallwellen aufnehmen statt zurückwerfen. Dazu gehören Teppiche und Teppichfliesen, textile Vorhänge, Akustikpaneele an Wänden und Decken, Schaumstoffmatten sowie Polstermöbel. Auch Pflanzen und mit Stoff bespannte Raumteiler leisten einen messbaren Beitrag zur Schalldämpfung.

Im Kita-Alltag bewähren sich besonders folgende Elemente:

  • Teppiche und Spielmatten auf dem Boden reduzieren Trittschall und dämpfen Geräusche im unteren Raumbereich
  • Akustikdecken oder abgehängte Paneele verringern die Nachhallzeit deutlich und sind auch bei bestehenden Räumen nachrüstbar
  • Regale mit Büchern oder Materialien wirken als unregelmäßige Oberfläche und streuen Schall, statt ihn direkt zu reflektieren
  • Vorhänge und textile Raumteiler schlucken Schall und schaffen gleichzeitig visuelle Zonen
  • Polstermöbel und Kissen in Leseecken oder Ruhebereichen bringen weiche Flächen in den Raum, die den Pegel spürbar senken

Wichtig ist dabei die Verteilung: Schallabsorption wirkt am besten, wenn sie über verschiedene Raumflächen verteilt ist. Nur ein Teppich auf dem Boden bei kahlen Wänden und Decke reicht meist nicht aus.

Wie kann die Raumaufteilung Lärm in der Kita reduzieren?

Eine durchdachte Raumaufteilung senkt den Lärmpegel in der Kita, indem sie laute und ruhige Aktivitäten räumlich trennt. Wenn Bauecke, Rollenspiel und Bewegungszone klar von Leseecke und Ruhebereich abgegrenzt sind, regulieren Kinder ihre Lautstärke oft von selbst, weil der Raum ihnen signalisiert, welches Verhalten hier passt.

Raumteiler, Podeste, Regale und Nischen helfen dabei, ohne dass Wände gebaut werden müssen. Ein erhöhter Bereich, der als Rückzugsort dient, oder ein Regal, das den Raum in zwei Zonen teilt, schaffen akustische und visuelle Grenzen. Kinder suchen sich Räume, die zu ihrer Aktivität passen, wenn diese Räume vorhanden sind.

In der Praxis hat sich gezeigt: Räume, die in klar erkennbare Funktionszonen gegliedert sind, haben deutlich weniger diffusen Dauerlärm als offene Einheitsräume. Das liegt nicht daran, dass Kinder leiser spielen, sondern daran, dass die Aktivitäten nicht mehr gleichzeitig überall stattfinden und sich gegenseitig aufschaukeln.

Gibt es Normen oder Richtwerte für die Kita-Akustik?

Ja, für die Raumakustik in Kitas gibt es in Deutschland verbindliche und empfohlene Richtwerte. Die DIN 18041 "Hörsamkeit in Räumen" ist die zentrale Norm, die auch für Bildungs- und Betreuungsräume gilt. Sie legt Anforderungen an die Nachhallzeit in Abhängigkeit von Raumgröße und Nutzung fest.

Für Gruppenräume in Kitas wird in der Regel eine Nachhallzeit von unter 0,5 Sekunden angestrebt. Viele Bestandsräume liegen deutlich darüber, was die Lärmsituation erheblich verschlechtert. Die Arbeitsstättenrichtlinie ASR A3.7 regelt außerdem Lärm am Arbeitsplatz und ist damit auch für Erzieherinnen und Erzieher relevant, die dauerhaft hohem Schallpegel ausgesetzt sind.

Bei Neubauten und Sanierungen werden diese Normen in der Regel vom Fachplaner berücksichtigt. Bei bestehenden Räumen lohnt es sich, die aktuelle Raumsituation zu prüfen und gezielt schallabsorbierende Maßnahmen einzuplanen, auch wenn kein vollständiger Umbau stattfindet.

Was können Erzieherinnen und Erzieher selbst tun, wenn der Umbau keine Option ist?

Auch ohne Umbau gibt es konkrete Maßnahmen, die den Lärmpegel in der Kita senken. Textile Elemente wie Vorhänge, Teppiche, Kissen und Stofftaschen an Wänden lassen sich ohne Genehmigung ergänzen und wirken sofort. Auch die Raumstruktur lässt sich mit vorhandenen oder neuen Möbeln verändern, ohne bauliche Eingriffe vorzunehmen.

Folgende Maßnahmen sind ohne großen Aufwand umsetzbar:

  • Spielmatten und Teppiche in Spielbereichen auslegen, um Trittschall und Geräuschentwicklung zu dämpfen
  • Regale als Raumteiler einsetzen, um Zonen zu schaffen und Schall zu streuen
  • Kissen, Decken und Polstermöbel in Ruhebereichen platzieren, die als akustische Puffer wirken
  • Gruppengrößen bewusst aufteilen, wenn möglich, und Aktivitäten in verschiedene Räume oder Zeiten verlagern
  • Akustikpaneele als Wandbilder oder Deckendekoration anbringen, die ohne Bohrungen befestigt werden können
  • Lautstärke-Rituale einführen, zum Beispiel Flüsterzeit oder akustische Signale für ruhigere Phasen

Gerade die Kombination aus strukturellen Maßnahmen und bewussten Routinen zeigt in der Praxis die besten Ergebnisse. Kein einzelnes Element löst das Lärmproblem vollständig, aber mehrere kleine Veränderungen zusammen können den Alltag deutlich ruhiger machen.

Was wir bei papoq aus über 350 Projekten über Lärm in Kitas gelernt haben

Lärm in der Kita ist selten ein Problem, das sich mit einer einzelnen Maßnahme löst. Es braucht einen Blick auf den ganzen Raum: Wie ist er aufgeteilt? Welche Oberflächen dominieren? Wo spielen wie viele Kinder gleichzeitig? Genau das ist der Ausgangspunkt unserer Arbeit.

  • Wir planen Räume ganzheitlich: Möblierung, Materialien, Farben und Akustik werden gemeinsam gedacht, nicht einzeln
  • Wir entwickeln Möbel, die mehrere Funktionen übernehmen und gleichzeitig zur Raumstruktur beitragen, zum Beispiel als Raumteiler, Rückzugsort oder Stauraum
  • Wir berücksichtigen akustische Anforderungen bereits in der Planungsphase und stimmen uns bei Bedarf mit Fachplanerinnen und Fachplanern ab
  • Wir begleiten euch von der ersten Idee bis zur Montage, inklusive Budgetplanung und Abstimmung mit Ämtern
  • Wenn ihr euch für eine Umsetzung mit unseren Möbeln entscheidet, ist die Planung für euch kostenfrei

Wenn ihr wissen möchtet, was in eurem Raum konkret möglich ist, schaut euch unser papoq Sortiment an oder nehmt direkt Kontakt auf. Wir hören gerne zu.

Wir statten Kitas, Schulen und pädagogische Einrichtungen im deutschsprachigen Raum aus. Und freuen uns auf euer Projekt.

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