Welche Materialien schlucken Schall in Spielräumen am besten?

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August 2, 2026
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Weiche, poröse und textile Materialien schlucken Schall in Spielräumen am besten. Dazu gehören Akustikschaumstoff, Filz, Kork, Teppich, Vorhänge und spezielle Akustikplatten aus Holzwolle oder Mineralwolle. Für Kitas gilt: Je mehr schallabsorbierende Oberflächen ein Raum hat, desto weniger Lärm entsteht im Alltag. In diesem Artikel gehen wir die wichtigsten Fragen rund um Raumakustik und Lärm in Kitas durch.

Welche Materialien schlucken Schall am effektivsten?

Am effektivsten absorbieren poröse, weiche und textile Materialien den Schall. Sie wandeln Schallenergie in Wärme um, anstatt sie zurückzuwerfen. Für Spielräume und Kitas sind das vor allem: Teppiche und Teppichfliesen, Akustikplatten aus Mineralwolle oder Holzwolle, Filzpaneele, schwere Vorhänge, Korkbeläge und Schaumstoffelemente.

Entscheidend ist dabei nicht nur das Material selbst, sondern auch die Oberfläche und die Dicke. Ein dünner Teppich hilft weniger als ein dicker Florteppich. Eine Akustikplatte mit 40 mm Stärke schluckt mehr Schall als eine mit 20 mm. Und offenporige Materialien funktionieren besser als glatte, weil Schallwellen in die Struktur eindringen und dort ihre Energie verlieren können.

  • Holzwolle-Akustikplatten: Robust, langlebig und gut geeignet für Decken und Wände in Gruppenräumen
  • Filzpaneele: Leicht anzubringen, in vielen Farben erhältlich und auch als Pinnwand nutzbar
  • Teppiche und Teppichfliesen: Senken den Trittschall und dämpfen das allgemeine Raumgeräusch
  • Kork: Natürliches Material, das sowohl als Bodenbelag als auch als Wandpaneel funktioniert
  • Schwere Vorhänge: Besonders wirksam bei Fenstern, wo sonst Schall reflektiert wird

Aus unserer Erfahrung in über 350 Projekten zeigt sich: Oft reicht schon eine Kombination aus zwei oder drei dieser Materialien, um den Geräuschpegel in einem Gruppenraum spürbar zu senken.

Wie funktioniert Schallabsorption in Innenräumen?

Schallabsorption funktioniert so: Wenn Schallwellen auf eine Oberfläche treffen, wird ein Teil der Energie reflektiert und ein Teil absorbiert. Harte, glatte Flächen reflektieren fast alles. Weiche, poröse Flächen nehmen den Schall auf und verwandeln ihn in winzige Mengen Wärme. Je mehr absorbierende Flächen ein Raum hat, desto kürzer hallt der Schall nach.

Der Fachbegriff dafür ist Nachhallzeit. Sie beschreibt, wie lange ein Geräusch im Raum zu hören ist, nachdem die Schallquelle aufgehört hat. In Kitas mit wenig Dämmung kann diese Zeit mehrere Sekunden betragen, was den Lärm in der Gruppe massiv verstärkt. Kinder und Erwachsene müssen dann lauter sprechen, um sich zu verständigen, was wiederum den Geräuschpegel weiter erhöht. Dieser Kreislauf ist vielen Erzieherinnen und Erziehern bekannt.

Ziel einer guten Raumakustik ist es, die Nachhallzeit auf ein Maß zu reduzieren, bei dem Sprache gut verständlich ist, ohne dass der Raum zu gedämpft und unangenehm still wirkt. Für Gruppenräume in Kitas liegt dieser Wert in der Regel zwischen 0,4 und 0,8 Sekunden.

Welche Oberflächen verstärken Lärm in Spielräumen?

Harte, glatte und nicht poröse Oberflächen verstärken Lärm in Spielräumen, weil sie Schall fast vollständig reflektieren. Dazu gehören Betondecken, Fliesenböden, Glasflächen, Gipskartonwände ohne Dämmung und Holzdielen ohne Teppich. In vielen Kitas sind genau diese Materialien aus praktischen Gründen verbaut, weil sie robust und leicht zu reinigen sind.

Das Problem: Je mehr dieser Flächen in einem Raum vorhanden sind, desto mehr Schall prallt hin und her. Besonders kritisch sind große Fensterfronten und hohe Decken ohne Akustikmaßnahmen. Schall kann sich dort ungehindert ausbreiten und aufschaukeln. Hinzu kommt, dass Spielräume oft wenig Mobiliar haben, weil Platz für Bewegung wichtig ist. Das bedeutet aber auch: weniger Oberflächen, die Schall schlucken könnten.

Wer Lärm in der Kita reduzieren möchte, sollte deshalb zuerst schauen, welche harten Flächen im Raum dominieren, und gezielt dort ansetzen.

Wie lassen sich Möbel als Schallschutz nutzen?

Möbel können als Schallschutz dienen, wenn sie gezielt positioniert werden und aus schallabsorbierenden Materialien bestehen oder mit solchen kombiniert werden. Regale, Podeste und Raumteiler unterbrechen den direkten Schallweg zwischen Schallquelle und Zuhörer und reduzieren so die Ausbreitung von Lärm im Raum.

Konkret bedeutet das: Ein großes Regal, das einen Gruppenraum in zwei Bereiche teilt, funktioniert auch als akustische Barriere. Polstermöbel, Sitzsäcke und gepolsterte Bänke schlucken Schall durch ihre weichen Oberflächen. Podeste mit Textilbezug oder Teppichauflage wirken ähnlich. Und Möbel, die mit Filz oder Schaumstoff verkleidet sind, tragen direkt zur Dämpfung bei.

Wichtig ist dabei die Aufstellung: Möbel, die parallel zu gegenüberliegenden Wänden stehen, helfen weniger als solche, die schräg oder versetzt angeordnet sind. Schall braucht freie Bahn, um sich aufzuschaukeln. Wer diese Bahn unterbricht, bremst den Lärm.

Welche Normen gelten für Raumakustik in Kitas?

Für Raumakustik in Kitas gilt in Deutschland die DIN 18041, die Anforderungen an die Hörsamkeit in Räumen festlegt. Für Gruppenräume in Kitas empfiehlt die Norm eine Nachhallzeit von maximal 0,6 Sekunden. Daneben gibt es Vorgaben aus den jeweiligen Landesbauordnungen und Kita-Richtlinien der Bundesländer, die akustische Mindestanforderungen definieren können.

In der Praxis wird die DIN 18041 bei Neubauten und umfangreichen Sanierungen oft als Planungsgrundlage herangezogen. Bei kleineren Umbauten oder der Neuausstattung bestehender Räume ist die Norm nicht immer verbindlich, aber sie dient als sinnvoller Orientierungsrahmen.

Träger und Planerinnen sollten außerdem die Anforderungen der zuständigen Bauaufsichtsbehörde und des Jugendamts kennen, da diese regional unterschiedlich sein können. Wer bei der Planung auf Nummer sicher gehen möchte, lässt die Raumakustik von einer Fachperson beurteilen, bevor Materialien und Möbel ausgewählt werden.

Wann lohnt sich eine professionelle Akustikberatung für Spielräume?

Eine professionelle Akustikberatung lohnt sich, wenn der Lärm in einem Spielraum trotz einfacher Maßnahmen wie Teppichen und Vorhängen nicht spürbar nachlässt, wenn ein Neubau oder eine größere Sanierung geplant wird oder wenn Kinder oder Mitarbeitende regelmäßig unter dem Geräuschpegel leiden. Auch bei Räumen mit besonderen baulichen Herausforderungen wie hohen Decken, großen Glasflächen oder Betonbauweise ist eine Fachberatung sinnvoll.

Eine Akustikfachperson misst die Nachhallzeit im Raum, bewertet die vorhandenen Oberflächen und gibt konkrete Empfehlungen, welche Maßnahmen wo und in welchem Umfang notwendig sind. Das spart langfristig Geld, weil keine Maßnahmen eingekauft werden, die am Ende wenig bringen.

Für kleinere Räume oder wenn das Budget eng ist, reicht oft eine Beratung im Rahmen einer Gesamtplanung aus. Wer eine neue Kita ausstattet oder bestehende Räume umstrukturiert, sollte die Akustik von Anfang an mitdenken, nicht als letzten Schritt, wenn alles andere schon feststeht.

Was wir bei papoq zum Thema Akustik mitbringen

Akustik ist für uns kein Zusatzthema. Wir planen Räume von Anfang an ganzheitlich, und der Geräuschpegel gehört dabei genauso dazu wie Möblierung, Farben und Raumstruktur. Was wir in über 350 Projekten gelernt haben: Lärm in der Kita entsteht selten durch ein einzelnes Problem. Meistens ist es eine Kombination aus Oberflächen, Raumaufteilung und Möbelwahl, die zusammen den Unterschied macht.

  • Wir berücksichtigen Akustik bereits in der Planungsphase, nicht erst, wenn der Raum fertig ist
  • Wir wählen Möbel und Materialien, die mehrere Funktionen übernehmen, auch akustisch
  • Wir koordinieren bei Bedarf Fachplanerinnen und Fachplaner für Akustik und bauen sie in den Prozess ein
  • Wir kennen die Anforderungen der DIN 18041 und berücksichtigen sie in unserer Planung
  • Unser papoq Sortiment umfasst Möbel und Elemente, die gezielt zur Schallreduktion im Gruppenraum beitragen

Wenn ihr merkt, dass der Lärm in euren Räumen ein echtes Problem ist, sprecht uns gerne an. Wir schauen gemeinsam, was möglich ist, und was wirklich hilft. Einfach ein Erstgespräch vereinbaren und wir hören zu.

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